DAS MASSAKER VON HOFAMT PRIEL

MITTWOCH, 14. September 2022

Beginn: 19 Uhr

Einlass/ Gastronomie Herdsache: ab 18 Uhr 

Ort: vierzigerhof, Rudolfstraße 11, 3550 Langenlois

Eintritt: € 12,-- (AK) bzw. 10,-- (VVK)

Infos zur Veranstaltung: www.dum.at

Kartenbestellungen: 0664 / 4327973

 

Lesung: DUM-Redakteur Martin Heidl liest aus „223 oder Das Faustpfand“ von Manfred Wieninger (1963 – 2021)

Film: „Endphase“ (2021) von Hans Hochstöger

223 ODER DAS FAUSTPFAND

Ende April 1945 stranden hunderte jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn auf dem Todesmarsch Richtung Mauthausen in Persenbeug an der Donau. Die Front im Osten wie im Westen ist nahe wie das Ende des Krieges. In Wien ist bereits die Zweite Republik ausgerufen, Adolf Hitler ist tot, da überfällt ein Rollkommando der SS das Auffanglager und richtet in einer Nacht- und Nebelaktion ein Blutbad an – 223 Menschen sterben. Kaum jemand will etwas gesehen oder gehört haben, trotzdem beginnt Revierinspektor Franz Winkler, stellvertretender Kommandant auf verlorenem Posten in der Provinz, zu ermitteln. Er riskiert seinen Kopf, um seine Haut zu retten. Wird ihm das auch mit den neun Überlebenden des Massakers gelingen? Manfred Wieninger dokumentiert in der Balance zwischen Bericht und Fiktion einen einzigartigen Fall österreichischer Kriminalgeschichte. Er macht aus Geschichte eine Geschichte, in der die Opfer Namen haben.

 

MANFRED WIENINGER

Der Missing Link zwischen U- und E-Literatur in Österreich. Geboren 1963 in St. Pölten, verstorben 2021. Lebte als Autor und Publizist in seiner Geburtsstadt, die er außer für Adria-Urlaube (vor allem Grado, aber auch Jesolo) und ein im Schnellgang absolviertes Germanistik-Studium nie länger als für zwei, drei Tage verlassen hat. Verfasser einer mittlerweile abgeschlossenen, siebenteiligen Krimi-Reihe mit dem schrägen Kult-Ermittler Marek Miert. Darüber hinaus zahlreiche Arbeiten zu Widerstand und Verfolgung in St. Pölten, Niederösterreich und anderswo, darunter auch sein Roman „Faustpfand 223“ (Residenz 2012), für den Manfred Wieninger mit dem Theodor Kramer-Preis ausgezeichnet wurde. Im Frühjahr 2018 ist sein zweiter zeitgeschichtlicher Roman „Aasplatz. Eine Unschuldsvermutung“ bei Residenz erschienen.

Manfred Wieninger © Literaturedition NÖ
Manfred Wieninger © Literaturedition NÖ

ENDPHASE

(Österreich 2021, 86 min, Regie: Hans Hochstöger)

 

„Endphase“ erzählt die Geschichte eines der letzten Massaker des zweiten Weltkriegs. In der Nacht vom 2. Mai 1945, weniger als eine Woche vor Ende des Krieges, wurden 228 jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn in der kleinen österreichischen Gemeinde Hofamt Priel von bis heute unbekannten Tätern ermordet. Es kam nie zu einem Prozess. Vor Ort erinnert nur ein kleiner Stein an die Tat.

„Endphase“ ist eine Reise in die Vergangenheit der benachbarten Gemeinden Persenbeug und Hofamt Priel, in denen die Brüder Hans und Tobias Hochstöger aufwuchsen. Auf der Suche nach einer Erklärung für das Geschehen suchen sie nach den letzten lokalen Augenzeugen und finden schließlich Angehörige der Opfer in Ungarn und den letzten Überlebenden in Israel.

Alle – Überlebende, Angehörige der Opfer und Zeitzeugen vor Ort müssen mit einer schrecklichen Erinnerung umgehen und haben 75 Jahre lang über die Ereignisse geschwiegen.

Filmtrailer: https://www.filmdelights.com/verleih/endphaseverleih/


Endphase © Hochstöger
Endphase © Hochstöger
Endphase © Hochstöger
Endphase © Hochstöger

Einst ein traditionelles Bauernhaus, heute mehr als nur ein Hotel

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