Literatur im Kino, Dienstag, 10. September 2019

„Fall & Rückkehr des Lemming“

Film: „Der Fall des Lemming“ – Kriminalkomödie nach dem gleichnamigen Roman von Stefan Slupetzky, u.a. mit Roland Düringer, Dolores Schmidinger und Miguel Herz-Kestranek (Allegro Film 2009)

 

Lesung: Stefan Slupetzky aus „Die Rückkehr des Lemming“ (Rowohlt 2017)

 www.stefanslupetzky.at

   

Beginn: 19 Uhr

Ort: vierzigerhof, Rudolfstraße 11, 3550 Langenlois

Eintritt: € 12,-- (AK) bzw. 10,-- (VVK)

Infos zu den Veranstaltungen: www.dum.at

Infos zum Veranstaltungsort: www.vierzigerhof.at

Kartenbestellungen: www.dum.at

oder 0664 / 4327973

 


DIE RÜCKKEHR DES LEMMING

Eine Straßenbahn, ein ehemaliger Kriminalbeamter und zwei schräge Vögel: Der Lemming ist zurück.

Der junge Straßenbahnfahrer Theo Ptak ist jedenfalls bis über beide Ohren in eine Frau verliebt, die jeden Morgen in seinen Triebwagen steigt. Eines Tages muss er entsetzt mit ansehen, wie sie von zwei Männern entführt wird. Theo bittet den ehemaligen Kriminalbeamten Leopold Wallisch, auch Lemming genannt, um Hilfe.

Widerwillig macht sich der Lemming mit Theo auf die Suche nach den Kidnappern, und bald stoßen die beiden auf die erste Leiche, einen Reisejournalisten. 
Was zwei seltsame Vögel namens Kaspar und Pannonia mit diesem Fall zu tun haben, liegt noch im Dunklen. Sie sitzen kurz nach dem 30-jährigen Krieg im Laderaum eines Ostindienseglers und fahren die afrikanische Küste entlang.

 

DER FALL DES LEMMING

Der pensionierte Lateinprofessor Dr. Grinzinger liegt tot im Wienerwald. Regelrecht geschlachtet ist er worden. Leopold Wallisch (Fritz Karl), einst bei der Mordkommission, jetzt Privatschnüffler, ist zuerst am Tatort. Wallisch hat Grinzinger im Auftrag seiner Frau beschattet. Aber plötzlich hat den Detektiv mitten im Wald ein Hund angefallen. Und dann war der Grinzinger tot.

 

Wallisch schnappt sich die Brieftasche des alten Mannes und ein geheimnisvolles kleines Geschenkpaket, da taucht auch schon eine Polizeistreife auf – und wenig später der für den Fall zuständige Ermittler: Es ist Krotznig (Roland Düringer), Wallischs früherer Vorgesetzter, wegen dem er den Polizeidienst im Bösen quittiert hat. Zu gerne würde Krotznig, trotz seiner elenden Umgangsformen ein hohes Tier bei der Mordkommission, die Tat dem Wallisch anhängen. Aber Wallisch hat nun mal kein Blut an den Händen – er darf nach Hause fahren. Dass besagter Hund ihm dorthin folgt, sich in Wallischs Wohnung drängelt und das Bett in Beschlag nimmt, ist das kleinste Problem. Dass Krotznig dasselbe brutale Arschloch wie eh und je ist, kriegt Wallisch kurz darauf zu spüren. Und dass weder die Brieftasche noch die alte Brille in Grinzingers Geschenkpaket nützliche Hinweise liefern, ist auch ein Jammer. Der Besuch bei Grinzingers Witwe liefert dann doch eine erste Spur: Sie führt Wallisch zu der Schule, wo der tyrannische Lateinprofessor, ein glühender Verehrer Julius Cäsars, früher unterrichtet hat.

 

Die dortige Zeichenlehrerin (Dolores Schmiedinger) teilt neben Absinth und Zigaretten auch nützliche Informationen mit Wallisch: Sie erinnert sich an die „Freunde des Brutus“, eine Gruppe von Schüllern, denen Grinzinger in seinen aktiven Tagen das Leben zur Hölle gemacht hat – und die vielleicht ein Motiv für den Mord haben könnten.

 

Bis zur Lösung des Falls warten allerdings noch einige Überraschungen auf Wallisch: eine schöne Tierärztin (Julia Koschitz), einige Klumpen Drogen originell versteckt, ein längst vergangener, als Unfall getarnter Mord, eine Osteria im fernen Italien und ein grausiger Fall von Leichenbeseitigung ... 

 

Stefan Slupetzky, 1962 in Wien geboren, schrieb und illustrierte mehr als ein Dutzend Kinder- und Jugendbücher, für die er zahlreiche Preise erhielt. Seit einiger Zeit widmet er sich vorwiegend der Literatur für Erwachsene und verfasst Bühnenstücke, Kurzgeschichten und Romane. Für den ersten Krimi um seinen Antihelden Leopold Wallisch, „Der Fall des Lemming“, erhielt Stefan Slupetzky 2005 den Glauser-Preis, für „Lemmings Himmelfahrt“ den Burgdorfer Krimipreis. „Lemmings Zorn“ wurde 2010 mit dem Leo-Perutz-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien in dieser Reihe 2017 bei Rowohlt „Die Rückkehr des Lemming“.

2010 gründete Slupetzky ein Wienerliedtrio, das Trio Lepschi, mit dem er seither als Texter und Sänger durch die Lande tourt. Stefan Slupetzky lebt mit seiner Familie in Wien.